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Kanton will Infotafeln der Fischer nicht direkt am Glattufer

 

Auf drei Tafeln entlang der Glatt können Spaziergängerinnen und Spaziergänger Bilder der hiesigen Fischarten betrachten. Weil der Kanton die Tafeln nicht in Ufernähe will, stehen sie aber etwas abseits.

 

In Hochfelden steht die Infotafel nun näher beim Wald als bei der Glatt. Bild: Paco Carrascosa

 

Die Glatt ist ein wichtiger Lebensraum für zahlreiche Tierarten. Die Fische bleiben dem Auge des Betrachters aber meistens verborgen. Aus diesem Grund hat der Fischerverein Zürcher Unterland (FVZU) drei Infotafeln entlang dem Glattufer aufgestellt: Eine in Hochfelden neben der Brücke, eine weitere beim Fussballplatz Schachen und die dritte in der Nähe des Riverside Hotels in Glattfeld. «Wir fischen seit etwa 40 Jahren an der Glatt und es kam oft vor, dass uns Fussgängerinnen und Fussgänger über die Glatt und die Fische befragen», erklärt Jürg Schneider, Vorstandsmitglied beim FVZU.

 

Enge Zusammenarbeit

Neben zwei Karten, die die Fischreviere im Glattal zeigen, sind auch zehn Fischarten wie der Karpfen, das Rotauge oder der Gründling abgebildet. Auch schreibt der FVZU, wie wichtig die Fischer für den Naturschutz sind: «Eine enge Zusammenarbeit mit dem Kanton und den Gemeinden ist eine Voraussetzung dazu.» Jetzt haben sie auch erfahren, dass diese Zusammenarbeit nicht immer einfach ist.

Über ein Jahr waren sie mit den kantonalen Behörden in Verhandlungen verwickelt. Am Samstag konnten die Tafeln endlich eingeweiht werden. Einen Schönheitsfehler musste der FVZU jedoch hinnehmen: Anders als vorgesehen, blickt man von den Infotafeln nicht in Richtung Glatt. Stattdessen schaut man in Hochfelden in den Wald und kehrt dem Fluss den Rücken zu.

«Wir hatten uns im Vorfeld mit der Gemeinde, dem AWEL und den Grundeigentümern abgesprochen», sagt Schneider. Nachdem man sich auf die drei Standorte für die Tafeln geeinigt hatte, reichte der FVZU ein Gesuch für eine Baubewilligung ein. Da sich die Grundstücke ausserhalb der Bauzone befinden, schaltete sich das Amt für Raumentwicklung (Are) ein, und das Projekt kam ins Stocken: Das erste Gesuch wurde Mitte 2018 abgelehnt.

 

Infotafeln sind Werbung

«Uns wurde gesagt, dass es sich bei den Infotafeln um Reklame handelt», sagt Schneider. Neben dem Logo der FVZU wird auf den Infotafeln auch darauf verwiesen, dass der Verein Ausbildungskurse für Fischer anbietet und eine Jugendgruppe führt. Was in den Augen der kantonalen Behörden Werbung zu sein scheint, sehen die Fischer jedoch als einen Beitrag zum Umwelt- und Tierschutz: «Wir sind der Überzeugung, dass gut ausgebildete Fischer der beste Schutz für unsere Fische sind», betont Schneider.

Der FVZU gab sich mit dem Entscheid des Are jedoch nicht zufrieden und erhielt nach langen Verhandlungen doch noch eine Baubewilligung. Neben dem unvorteilhaften Standort mussten sich die Fischer auch mit den Gebühren für das Baugesuch abfinden. Die Gemeinde Glattfelden sah davon ab, diese zu verrechnen; Hochfelden verlangte 880 Franken und der Kanton gleich zwei Mal 900 Franken. Damit erhöhten sich die Kosten des Projekts auf mehr als das Doppelte. Das Logo des FVZU ist weiterhin auf den Tafeln abgebildet.

«Wir können den Entscheid immer noch nicht nachvollziehen», sagt Schneider. «Es ist mühsam, wenn man die Bevölkerung informieren will und dann solche Stolpersteine in den Weg gelegt bekommt.» Für eine Stellungnahme war die Baudirektion gestern nicht erreichbar.

 

Erstellt: 28.10.2019, ZürcherUnterländer

 

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